Die Frauen von Troja

Allgemeines
Startseite
Aktuelle Termine
Texte und Musik
Einführung
Liebesperlen
Literatur und Alkohol
Schlußstück
Die Frauen von Troja
Rückblicke
Pressestimmen
Bilder einer Lesung
Hörbeispiele
Lehrtätigkeit
Schauspielunterricht
Sprechtraining
Kontakt / Hintergrund
E-Mail
Zur Person
Impressum

sempre mi – Die Frauen von Troja

Rezital für Stimme und Akkordeon mit Isabel Binder und Claudia Hornbach

Texte von Euripides und Walter Jens. Musik von Georg Katzer und Girolamo Frescobaldi. – Hörbeispiele und Aufführungsbilder finden Sie auf extra Seiten.

Aus dem Programm

Zu den Pressestimmen: Die Frauen von Troja Die Geschichte von Trojas Fall wird mit all den anderen Geschichten um die Ilias seit Homer immer wieder neu erzählt.
In sempre mi, dem ersten Teil einer Mythen-Trilogie, wird ein Schlaglicht auf eine definitive historische Situation geworfen: Es ist das Ende des Trojanischen Krieges. Die letzte Schlacht ist mit Hilfe des hölzernen Pferdes geschlagen Die Besatzungsmacht organisiert die Beuteverteiung per Los oder Zuteilung.Besonders preisträchtige Trophäen sind dabei die Witwen der Herrscher und Prominenten der nun Besiegten als Nebenfrauen oder Sklavinnen.

Diese Frauen – Hekabe, die Frau des Priamos, des ehemaligen Königs von Troja, fällt Odysseus zu; Kassandra. ihre Tochter, geht an Agamemnon, den siegreichen griechischen Oberbefehlshaber, Andromache, die Witwe Hektors und Schwiegertochter Hekabes wird Neoptolemos zugewiesen, einem der brutalsten griechischen Schlächter, die aus dem Pferdebauch krochen; und Helena, die Tochter von Leda und Zeus, die geraubte, die „Kriegsursache“, – diese Frauen reflektieren im Gegen- und Zueinander ihr Schicksal und ihre historische und persönliche Rolle.
[...]
Gemeinsam, wenn auch nicht einigend, ist das jeweilige Leid und Leiden, dem keine religiöse Orientierung und kein Trost mehr zur Verfügung steht. Darüber hinaus nur trost-lose Zukunft und Leere.

Immer und immer neu scheint man diese mythologischen Dramen in der abendländischen Geschichte erzählen zu müssen.
Dabei liegen diesem Rezital Textausschnitte aus den Troerinnen von Euripides (5. Jhd v. Chr.) nach einer Übersetzung von Hans von Arnim und Der Untergang von Walter Jens (20. Jhd. n. Chr.) zugrunde.

[...]

Zur Musik

sempre mi, „immer e“ jenes Stück, das hier Hekabe, der Königin, zugeordnet ist, beinhaltet jenen Ton „e“ als Leitmotiv des ganzen Stückes, der musikalische Inbegriff der Unentrinnbarkeit im leid-„getönten“ Schicksal.

Auch den anderen Frauenfiguren gelten charakteristische Musiken, die verwoben in den Text, deren individuelle Verstrickungen vergegenwärtigen.
Mit Ausnahme einer Canzona von Frescobaldi, einem meditativen Intermezzo in der Mitte des Rezitals, stammen die Musiken aus dem Zyklus Für Knöpfe von Georg Katzer aus dem Jahre 1994.

Georg Katzer, Komponist, wurde 1935 in Habelschwerdt (Schlesien) geboren.
Studium in Berlin und in Prag, Schüler von Hanns Eisler.
Katzers Schaffen umfasst nahezu alle Genres der ernsten Musik mit Orchesterwerken, Opern, Balletten und einem umfangreichen Kammermusikoevre.

Eine der letzten nicht-elektronischen Instrument-Erfindungen ist das Akkordeon.

Unabhängig von den Ursprungsintentionen wurden mit ihm als künstlerischem Instrument neuartige Klang- und Ausdrucksmöglichkeiten entwickelt, die es von virtuoser Barockmusik bis zu zeitgenössischen Kompositionen zu einem gefragten kammermusikalischen und solistischen Instrument gemacht haben. Die Art und Vielfalt seiner „Behandlung“ – man zieht, quetscht, schüttelt und staucht es – lässt es geradezu menschliche Klangnuancen entwickeln. Es pfeift, röhrt, singt, atmet, ächzt und hechelt. Damit findet der Interpret Grenzbereiche seelischer Ausdrucksformen, seelischen Sprechen, mit jenen literarischen Pendants, die ähnlich umfassend und zeitlos gültig menschliche Fragen und Fragen der Menschen weitertragen.

Christoph Hornbach