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Die Frauen von Troja |
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sempre mi – Die Frauen von TrojaRezital für Stimme und Akkordeon mit Isabel Binder und Claudia Hornbach Texte von Euripides und Walter Jens. Musik von Georg Katzer und Girolamo Frescobaldi. – Hörbeispiele und Aufführungsbilder finden Sie auf extra Seiten. Aus dem Programm Die Geschichte von Trojas Fall wird mit all den anderen
Geschichten um die Ilias seit Homer immer wieder neu erzählt.In sempre mi, dem ersten Teil einer Mythen-Trilogie, wird ein Schlaglicht auf eine definitive historische Situation geworfen: Es ist das Ende des Trojanischen Krieges. Die letzte Schlacht ist mit Hilfe des hölzernen Pferdes geschlagen Die Besatzungsmacht organisiert die Beuteverteiung per Los oder Zuteilung.Besonders preisträchtige Trophäen sind dabei die Witwen der Herrscher und Prominenten der nun Besiegten als Nebenfrauen oder Sklavinnen. Diese Frauen – Hekabe, die Frau des Priamos, des ehemaligen Königs
von Troja, fällt Odysseus zu; Kassandra. ihre Tochter, geht an Agamemnon, den
siegreichen griechischen Oberbefehlshaber, Andromache, die Witwe Hektors und
Schwiegertochter Hekabes wird Neoptolemos zugewiesen, einem der brutalsten griechischen
Schlächter, die aus dem Pferdebauch krochen; und Helena, die Tochter von Leda und Zeus,
die geraubte, die „Kriegsursache“, – diese Frauen reflektieren im Gegen- und
Zueinander ihr Schicksal und ihre historische und persönliche Rolle. Immer und immer neu scheint man diese mythologischen Dramen in der
abendländischen Geschichte erzählen zu müssen. [...] Zur Musiksempre mi, „immer e“ jenes Stück, das hier Hekabe, der Königin, zugeordnet ist, beinhaltet jenen Ton „e“ als Leitmotiv des ganzen Stückes, der musikalische Inbegriff der Unentrinnbarkeit im leid-„getönten“ Schicksal. Auch den anderen Frauenfiguren gelten charakteristische Musiken, die verwoben in den
Text, deren individuelle Verstrickungen vergegenwärtigen. Georg Katzer, Komponist, wurde 1935 in Habelschwerdt (Schlesien)
geboren. Eine der letzten nicht-elektronischen Instrument-Erfindungen ist das Akkordeon. Unabhängig von den Ursprungsintentionen wurden mit ihm als künstlerischem Instrument neuartige Klang- und Ausdrucksmöglichkeiten entwickelt, die es von virtuoser Barockmusik bis zu zeitgenössischen Kompositionen zu einem gefragten kammermusikalischen und solistischen Instrument gemacht haben. Die Art und Vielfalt seiner „Behandlung“ – man zieht, quetscht, schüttelt und staucht es – lässt es geradezu menschliche Klangnuancen entwickeln. Es pfeift, röhrt, singt, atmet, ächzt und hechelt. Damit findet der Interpret Grenzbereiche seelischer Ausdrucksformen, seelischen Sprechen, mit jenen literarischen Pendants, die ähnlich umfassend und zeitlos gültig menschliche Fragen und Fragen der Menschen weitertragen. Christoph Hornbach |
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